Ein Stop Loss ist ein Auftrag, der eine Position automatisch schließt, wenn der Kurs gegen Sie läuft und einen von Ihnen gewählten Wert erreicht; das Take Profit ist das Gegenstück und schließt die Position, sobald der Kurs Ihr Gewinnziel erreicht. Beide zusammen legen im Voraus fest, wo Sie einen Verlust akzeptieren und wo Sie ein Ergebnis mitnehmen, sodass Sie nicht unter Druck entscheiden müssen. Es sind nützliche Werkzeuge, aber keine Garantien: In einem schnellen Markt kann ein Auftrag zu einem schlechteren Preis ausgeführt werden als geplant.
Kurz gesagt
- Ein Stop Loss schließt einen Trade bei einer vorher gewählten Verlustmarke, ein Take Profit bei einer Zielmarke.
- Setzen Sie beide vor dem Einstieg, wählen Sie die Positionsgröße so, dass der Verlust tragbar bleibt, und denken Sie daran: Ein Stop wird bei Ihrem Kurs ausgelöst, kann aber bei einem anderen Kurs ausgeführt werden, wenn die Preise springen.
- Sie sparen Beobachtungszeit, nicht das Marktrisiko.

In diesem Artikel · 9 Min. Lesezeit
- Stop Loss: eine einfache Definition
- So funktionieren Stop Loss und Take Profit
- Stop-Market oder Stop-Limit?
- Was die Zahlen sagen
- Wo Sie die Marken setzen
- Vorteile und Grenzen
- Wo das hineinpasst: manuelle Orders und Automatisierung
- So starten Sie, Schritt für Schritt
- Checkliste vor dem Eröffnen eines Trades
- Häufige Fragen
- Quellen
Stop Loss: eine einfache Definition
Laut Sparkasse ist eine Stop-Loss-Order eine Verkaufsorder mit einer Bedingung: Sie legen einen Kurs fest, bei dem der Verkauf angestoßen werden soll. Fällt der Kurs auf diesen Wert oder darunter, wird die Order ausgelöst. Die Sparkasse weist auch darauf hin, dass sie keine Garantie für einen bestimmten Verkaufspreis ist. Eine längere Einführung finden Sie im Wikipedia-Artikel zur Stop-Loss-Order, der unter anderem die Trailing-Variante beschreibt, bei der der Stop-Kurs dem Höchstkurs in festem Abstand nachgezogen wird.
Das Take Profit folgt derselben Logik auf der anderen Seite: ein Auftrag, der die Position schließt, wenn der Kurs ein Ziel erreicht. Bei Futures gibt es Long-Positionen (auf steigende Kurse) und Short-Positionen (auf fallende Kurse); bei einer Short-Position liegt der Stop über dem Einstiegskurs und das Take Profit darunter.
So funktionieren Stop Loss und Take Profit

- Sie steigen in den Trade ein. Zum Beispiel kaufen Sie zum Kurs 100.
- Sie setzen beide Ausstiege. Der Stop liegt unter dem Einstieg, etwa bei 95; das Take Profit darüber, etwa bei 110. Bei einer Short-Position sind die Seiten vertauscht.
- Der Kurs entscheidet. Fällt er auf 95, wird der Stop ausgelöst und die Position mit Verlust geschlossen. Steigt er auf 110, schließt das Take Profit sie mit Gewinn.
- Die andere Order verfällt. Viele Plattformen verknüpfen beide als OCO-Order („one cancels other“): Wird die eine ausgeführt, verschwindet die andere. Der Leitfaden von Kraken zu bedingten Orders vom 19. Juni 2026 beschreibt genau dieses Verhalten auf der Futures-Plattform (auf Englisch).
In diesem Beispiel riskieren Sie 5, um 10 zu gewinnen: ein Chance-Risiko-Verhältnis von 2 zu 1. Bei diesem Verhältnis reicht es vor Gebühren und Slippage, ungefähr bei jedem dritten Trade richtigzuliegen, um bei null zu landen. Ein weiter entferntes Ziel ist nicht automatisch besser, denn der Kurs muss dafür eine längere Strecke zurücklegen.
Stop-Market oder Stop-Limit?

| Stop-Market | Stop-Limit | |
|---|---|---|
| Beim Erreichen des Stop-Kurses | Eine Market-Order wird gesendet | Eine Limit-Order wird gesetzt |
| Ausstieg | Sehr wahrscheinlich, zu jedem Preis | Nur, wenn der Preis erreichbar ist |
| Preis | Kann weit vom Stop entfernt sein | Nie schlechter als Ihr Limit |
| Hauptrisiko | Slippage in schnellen Märkten | Die Order wird eventuell gar nicht ausgeführt |
Die Sparkasse beschreibt den Unterschied so: Beim klassischen Stop-Loss wird eine Verkaufsorder ohne Preisgrenze ausgelöst, die Position lässt sich meist zügig verkaufen, der Endpreis ist aber offen. Beim Stop-Limit setzen Sie zusätzlich ein Limit; das verhindert einen Verkauf weit unter Ihrer Preisvorstellung, kann aber dazu führen, dass die Order nicht ausgeführt wird. Laut FINRA kann eine Stop-Order außerdem durch eine kurze, heftige Kursbewegung ausgelöst werden, nach der der Preis wieder auf sein früheres Niveau zurückkehrt (auf Englisch). Keine der beiden Varianten ist in jedem Fall besser: Es kommt darauf an, ob Ihnen der Ausstieg oder der Preis wichtiger ist.
Was die Zahlen sagen
Stops sind seltener, als man denkt. In einer Studie von 2017, die Handelsdaten von 2014 bis 2016 auswertete, stellten Ökonomen der Terminmarktaufsicht CFTC fest, dass Stop-Orders zwischen 0,3 % und 2 % der Transaktionen in drei großen Futures-Märkten ausmachten (WTI-Rohöl, E-mini S&P 500 und 10-jährige Staatsanleihen). Zwischen 95 % und 99 % der ausgeführten Stop-Orders waren dort Stop-Limit-Orders. Die Autoren nennen den Grund: Ein einfacher Stop wird nach dem Auslösen zur Market-Order, und wenn der Markt schnell fällt, kann er weit unter dem Auslösekurs ausgeführt werden (Studie auf Englisch).
Das sind professionelle Futures-Märkte und keine Kryptowährungen: Die Zahlen veranschaulichen die Abwägung, sie messen nicht, was Krypto-Trader tun.
Wo Sie die Marken setzen
Eine einzige richtige Antwort gibt es nicht, und wer eine verspricht, rät nur. Häufig genutzt werden diese Methoden:
- Ein fester Prozentsatz. Zum Beispiel ein Stop 5 % unter dem Einstieg. Einfach, aber er ignoriert, wie stark sich der Wert üblicherweise bewegt.
- Ein Abstand nach Schwankungsbreite. Weiter weg bei einem Wert, der stark schwankt, näher bei einem ruhigen, damit normales Rauschen den Stop nicht auslöst.
- Eine technische Marke. Unter einem letzten Tief oder einer Unterstützungszone bei einer Long-Position, über einem Widerstand bei einer Short-Position.
- Der Verlust, den Sie akzeptieren. Legen Sie zuerst fest, wie viel Ihres Kontos Sie bei einem Trade verlieren dürfen, zum Beispiel 1 %, und rechnen Sie rückwärts. Liegt der Stop 5 % vom Einstieg entfernt und Sie akzeptieren 1 % Kontoverlust, kann die Position etwa 20 % des Kontos betragen.
Zwei Warnungen. Erstens: Ein zu enger Stop wird von gewöhnlichen Kursbewegungen ausgelöst, und Sie zahlen immer wieder Gebühren. Zweitens: Rücken Sie den Stop nie weiter weg, nur um nicht ausgestoppt zu werden; damit nehmen Sie ihm seinen Zweck.
Bei Hebel kommt ein dritter Punkt hinzu. Kraken weist in seinem Leitfaden darauf hin, dass ein Stop oberhalb des Liquidationspreises einen kontrollierten Ausstieg ermöglicht, während die Plattform die Position schließt und eine zusätzliche Liquidationsgebühr verlangen kann, wenn der Kurs den Liquidationspreis erreicht. Prüfen Sie außerdem, welcher Preis die Order auf Ihrer Plattform auslöst (letzter Kurs, Mark Price oder Index Price).
Vorteile und Grenzen
Vorteile
- Ein Plan vor dem Gefühl. Sie entscheiden über den Ausstieg mit kühlem Kopf, nicht mitten im Kursrutsch.
- Weniger Bildschirmzeit. Die Order arbeitet, während Sie schlafen oder arbeiten, sofern sie bei der Plattform hinterlegt ist.
- Ein bekannter Verlust pro Trade. Sie wissen ungefähr, was der Trade kosten kann, bevor Sie ihn eröffnen.
- Konsequenz. Gleiche Regeln bei jedem Trade machen Ergebnisse leichter auswertbar.
Grenzen und Risiken
- Slippage und Kurslücken. Springt der Kurs über Ihren Stop, wird die Order zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt. Kryptowährungen werden rund um die Uhr gehandelt, doch dünne Orderbücher und plötzliche Nachrichten können trotzdem große Lücken erzeugen.
- Fehlauslösungen. Eine kurze Spitze kann Ihren Stop treffen, und der Kurs erholt sich danach.
- Krypto schwankt stark, und Hebel vervielfacht Verluste. Laut Verbraucherzentrale schwanken Kryptoanlagen in der Regel sehr stark, können schnell einbrechen, und auch ein Totalverlust ist denkbar. Ein Stop begrenzt einen Verlust, schließt ihn aber nicht aus. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für die Zukunft.
- Gebühren. Ein Take Profit, das als Market-Order ausgeführt wird, kostet Taker-Gebühren, und häufige Stops summieren sich.
- Das Take Profit kann einen guten Trade deckeln. Ein festes Ziel schließt die Position, auch wenn der Kurs weitergelaufen wäre.
Wo das hineinpasst: manuelle Orders und Automatisierung
Stops von Hand zu setzen funktioniert, wenn Sie den Markt beobachten und sich an Ihre Regeln halten. Die Schwierigkeit ist die Disziplin: Viele rücken ihren Stop weg, wenn ein Trade schlecht läuft. Das ist einer der Gründe, warum manche Trader Automatisierung bevorzugen, bei der dieselben Regeln jedes Mal gelten. Unser Ratgeber zum Trading Bot für Krypto erklärt den automatisierten Handel, und der Artikel zu KI Trading zeigt, was künstliche Intelligenz leistet und was nicht.
Crypto Go Bot, den wir entwickelt haben, setzt für jede Position ein Take Profit und einen Stop Loss als echte Orders auf Ihrem eigenen Kraken-Konto, mit den Prozentwerten, die Sie einstellen. Laut Seite des Bots liegen diese Orders bei der Börse und bleiben auch bestehen, wenn der Bot ausgeschaltet ist. Der Bot läuft auf Ihrem eigenen Server und nutzt einen API-Schlüssel, der handeln, aber nichts auszahlen kann. Es bleibt Trading: Verlusttrades gehören dazu, ein Stop kann in einem schnellen Markt zu einem schlechteren Preis ausgeführt werden, und keine Einstellung schließt Verluste aus. Wenn Sie die Börsenseite noch nicht kennen, beginnen Sie mit Krypto kaufen: so gehen Einsteiger sicher vor.
So starten Sie, Schritt für Schritt
- Lernen Sie die Ordertypen Ihrer Plattform. Prüfen Sie, ob ihr Stop eine Market- oder eine Limit-Order ist und welcher Preis ihn auslöst.
- Legen Sie zuerst das Risiko fest. Wählen Sie den Betrag, den Sie bei einem Trade verlieren können, und berechnen Sie daraus die Positionsgröße.
- Setzen Sie den Stop an eine Marke, die für den Markt Sinn ergibt, nicht an eine Zahl, die Sie gefühlsmäßig aushalten.
- Setzen Sie das Take Profit auf ein Ziel, das Sie begründen können, und prüfen Sie das Chance-Risiko-Verhältnis.
- Platzieren Sie beide Orders beim Eröffnen des Trades, mit einer verknüpften OCO-Order, wenn die Plattform sie anbietet.
- Starten Sie klein. Nutzen Sie einen Betrag, den Sie verlieren können, und einen niedrigen Hebel, falls Sie überhaupt einen verwenden.
- Werten Sie aus. Notieren Sie nach jedem Trade, ob Stop oder Ziel getroffen wurde und zu welchem Preis die Ausführung erfolgte.
Checkliste vor dem Eröffnen eines Trades
- Ich weiß, wie viel ich verliere, wenn der Stop greift, und akzeptiere es.
- Der Stop liegt aus einem Grund dort, und ich rücke ihn nicht weiter weg.
- Ich weiß, ob mein Stop eine Market- oder eine Limit-Order ist.
- Der Stop liegt über meinem Liquidationspreis, falls ich Hebel nutze.
- Ich habe das Chance-Risiko-Verhältnis des Take Profit geprüft.
- Ich habe Gebühren und mögliche Slippage eingerechnet.
Häufige Fragen
Was ist ein Stop Loss?
Ein Stop Loss ist eine Ausstiegsorder, die eine Position bei einer von Ihnen gewählten Verlustmarke schließt. Zusammen mit einem Take Profit, das bei einem Gewinnziel schließt, bildet er ein Paar, das viele Plattformen verknüpfen: Wird die eine Order ausgeführt, verfällt die andere.
Wo setze ich den Stop Loss?
Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Üblich sind ein fester Prozentsatz vom Einstieg, ein Abstand nach der Schwankungsbreite des Wertes oder eine technische Marke wie ein letztes Tief. Legen Sie zuerst den tragbaren Verlust fest und bestimmen Sie dann die Positionsgröße.
Garantiert ein Stop meinen Ausstiegspreis?
Nein. Ein einfacher Stop wird nach dem Auslösen zur Market-Order und kann zu einem anderen Preis ausgeführt werden, besonders wenn der Markt schnell läuft. Eine Stop-Limit-Order kontrolliert den Preis, wird aber unter Umständen gar nicht ausgeführt.
Wie setze ich Stop Loss und Take Profit auf einer Börse?
In den meisten Plattformen öffnen Sie die Ordermaske, geben Ihre Position ein, aktivieren die Felder für Take Profit und Stop und tragen für jedes einen Auslösepreis ein. Die Einzelheiten unterscheiden sich, lesen Sie daher die Hilfe Ihrer Plattform.
Welches Chance-Risiko-Verhältnis ist sinnvoll?
Das hängt davon ab, wie oft Ihre Trades gewinnen. Bei 2 zu 1 liegen Sie vor Kosten bei null, wenn etwa jeder dritte Trade gewinnt. Ein höheres Verhältnis hilft nur, wenn das Ziel für den Markt realistisch ist.
Brauche ich im Kryptohandel einen Stop Loss?
Viele Trader nutzen ihn, weil sich Preise schnell bewegen können und ein vorab gesetzter Ausstieg die Entscheidung im Moment erspart. Er schließt weder das Verlustrisiko noch Slippage aus, und in manchen Fällen, etwa bei einer sehr kleinen Position, die Sie jahrelang halten wollen, verzichten Sie vielleicht lieber darauf.
Quellen
- Sparkasse, Stop-Loss-Order: Depot vor Kursverlusten schützen
- Wikipedia, Stop-Loss-Order
- Verbraucherzentrale, Kryptoanlagen: Was sind die Risiken?
- CFTC, Fett und McPhail, Stop Orders in Select Futures Markets, August 2017 (auf Englisch)
- FINRA, Regulatory Notice 21-12, 18. März 2021 (auf Englisch)
- Kraken Learn, How to set conditional orders on Kraken: stop loss and take profit, 19. Juni 2026 (auf Englisch)



